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| Einigung über Wettbewerb auf dem Gasmarkt | |
Hamburg (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat sich auf die Regeln für mehr Wettbewerb im Gasmarkt verständigt. Im zweiten Anlauf unterschrieben die Spitzenvertreter der beteiligten Verbände am Donnerstag in Hamburg eine Vereinbarung, die den Zugang zu den Erdgasnetzen und weitere strittige Fragen regelt. Sie folgten damit einem Ultimatum von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), der eine Einigung bis Ende März gefordert und andernfalls einen staatlichen Regulierer angedroht hatte. Der deutsche Gasmarkt soll nach dem Vorbild der Märkte für Telekommunikation und Strom zum Beginn des kommenden Jahres liberalisiert werden. Mit einem Preissturz ist in dieser Branche wegen anderer Strukturen jedoch nicht zu rechnen. Das in Deutschland verbrauchte Gas stammt zu 80 Prozent aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Die langfristigen Verträge mit den Lieferanten koppeln den Gaspreis an den Ölpreis, um die deutschen Verbraucher vor Preiswillkür zu schützen. Daran würde auch eine Liberalisierung der Gasmärkte zunächst nichts ändern. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) und der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) wollten ursprünglich bereits am 1. März die Verbändevereinbarung unterzeichnen, deren Grundzüge sie Ende Februar in Stuttgart ausgehandelt hatten. Der geplante Abschluss platzte, weil abermals strittige Details nicht gelöst werden konnten. Die nun getroffene Vereinbarung regele die Transparenz und die Vereinfachung des Netzzugangs, den kommerziellen Speicherzugang, den Bilanzausgleich und das Speichermanagement, heißt es in einer Mitteilung der Verbände. Nähere Details teilten sie nicht mit. «Die Verbändevereinbarung ist die marktwirtschaftliche Alternative zu überbordender Regulierungsbürokratie, die letzten Endes der Steuerzahler bezahlen müsste», erklärte der Hauptgeschäftsführer des BGW, Wolf Pluge. Wirtschaftsminister Müller erklärte gegenüber dem Hamburger Fachdienst EID, wenn er die Einigung als praktikabel ansehen könne, werde er sie gegenüber der EU-Kommission in Brüssel bis zum äußersten verteidigen. Wenn es keine tragfähige Einigung gebe, seien die Konsequenzen für Gas und auch für Strom vorgezeichnet und er werde eine Netzzugangsverordnung erlassen oder auch eine Regulierungsbehörde einrichten müssen. Sein Ministerium werde die nun erreichte Vereinbarung sorgfältig prüfen und eventuell notwendige Nachbesserungen mit sehr kurzer Frist anfordern. |
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