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| Euro rückt ins Bewusstsein der Bevölkerung | |
Düsseldorf (dpa) - Lange Schlangen vor den Geschäften und leere Wechselgeldfächer in den Kassen wird es nach der Einführung des Euro zum 1. Januar 2002 nicht geben. Davon ist der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) überzeugt. «Wir leisten den Löwenanteil des Bargeldumtausches», sagt HDE- Sprecher Hubertus Pellengahr. Die Branche rechne nach der Umstellung mit einem großen Bedarf an Wechselgeld, der in den ersten Tagen stellenweise bis zum Zehnfachen des sonst Üblichen betragen werde. «Der Handel ist die Branche, die den Euro in das Bewusstsein der Bevölkerung rückt», sagt Pellengahr. Er bittet schon mal vorab um «etwas Geduld» mit dem Verkaufspersonal, das kurz vor dem Euro-Start schon im Weihnachtsgeschäft schwer ran muss. Gerade die großen Unternehmen der Branche bereiten sich sehr gründlich vor. «Wir beschäftigen uns schon seit Ende 1996 mit dem Thema», bestätigt der Euro-Beauftragte der METRO AG, Wolfgang Blasch. Vereinbarungen mit den Geldtransporteuren stellten sicher, dass die Filialen des größten deutschen Handelskonzerns genügend Bargeld erhielten. Trotzdem wird der Einkauf Anfang kommenden Jahres etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Jeder Kunde wird den neuen Preis unter die Lupe nehmen und sich an der Kasse das Wechselgeld ganz genau anschauen, sind sich Verkäufer sicher. Thomas Bieler, Euro-Experte in der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen, rät zu besonderer Aufmerksamkeit bei Textilien und Elektro-Artikeln. «Im Lebensmittelhandel wird hart gekämpft, da kann es sich keiner leisten, massiv den Preis nach oben zu ziehen», erläutert er. Bei hochpreisigen Waren fielen versteckte Preisanhebungen im Zweifel weniger stark auf. Je näher der Euro rücke, desto mehr sollten die Kunden auf die doppelte Preisauszeichnung in DM und Euro achten. REWE-Chef Hans Reischl, der an der Spitze des drittgrößten Lebensmittelhändlers in Europa steht, erwartet keine versteckten Preissteigerungen und glaubt im übrigen «an die Intelligenz der Verbraucher», die nach seiner Meinung von der neuen Währung profitieren werden. «Wir haben uns alle verpflichtet, die Umstellung nicht zu Preiserhöhungen zu nutzen», betont Reischl. Der harte Wettbewerb werde dafür sorgen, dass die Preise bei einigen Artikeln nachgeben werden. Da, wo noch Spielraum vorhanden sei, würden aus 99 Pfennig wahrscheinlich 49 statt 51 Cent werden. Die Umstellung ist aber nicht nur die Aufgabe der Geschäftswelt. Jeder sollte bereits jetzt aktiv werden. Die Sparschweine dürften nicht erst in letzter Minute geschlachtet werden, appellieren Sparkassen und Handel. Schätzungen zufolge sind pro Bundesbürger 1,2 Kilogramm Münzgeld im Umlauf. Davon werde ein halbes Pfund in den Sparschweinen gehortet, heißt es. Die Schreckensvision der 2,8 Millionen Beschäftigten im Einzelhandel ist der Kunde, der in letzter Minute seinen prall gefüllten Geldbeutel auf den Ladentisch legt, um seine Großeinkäufe in kleiner Münze zu begleichen. Im übrigen, sagte Pellengahr, werde das Geld jetzt gebraucht, «um die Wechselgeldversorgung mit D-Mark bis zum 31. Dezember sicherstellen zu können», denn es würden keine neuen Scheine und Münzen in Umlauf gebracht. |
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