Letzte Seite Spot-News Thema des Tages Brennpunkte Börse & Bilanzen Boulevard Stadion Übersicht

Kosovo-Krieg und ethnische Konflikte

Hamburg (dpa) - Der seit September 1991 unabhängige und jetzt am Rande eines Bürgerkriegs stehende Vielvölker-Staat Mazedonien liegt im Herzen des Balkans. Anders als Kroatien und Bosnien konnte sich der kleine Staat Anfang der 90er Jahre zunächst ohne kriegerische Auseinandersetzungen aus dem zusammengebrochenen Jugoslawien lösen.

Die Nachbarschaft zur heutigen Bundesrepublik Jugoslawien mit der Krisenregion Kosovo sowie zu Albanien bereitet dem während des Kosovo-Krieges von Flüchtlingen überschwemmten Land jedoch zunehmend Schwierigkeiten.

Die Hauptstadt Skopje ist mit knapp 500 000 Einwohnern auch die größte Stadt des Landes, das rund zwei Millionen Einwohner zählt und das mit rund 25 700 Quadratkilometern nur wenig größer ist als Mecklenburg-Vorpommern. Den größten Bevölkerungsanteil stellen mit rund zwei Dritteln die slawisch-stämmigen Mazedonier, gefolgt von Albanern mit offiziell etwa 23 Prozent. Die Albaner setzen ihren Bevölkerungsanteil jedoch weitaus höher an. Zu den Minderheiten zählen vor allem Türken, Roma und Serben. Zwei Drittel der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, knapp ein Drittel Moslems.

Der Kosovo-Krieg und der ethnische Konflikt zwischen slawischen Mazedoniern und den vorwiegend im Nordwesten lebenden moslemischen Albanern haben dem Land wirtschaftlich schwer geschadet. Der Mangel betrifft auch die kleine 16 000 Mann umfassende Streitmacht des Landes. So gelten die rund 100 Panzer der Armee als völlig veraltet.

Mazedonien hat seit 1991 eine parlamentarische Demokratie. Staatsoberhaupt ist seit 1999 Boris Trajkovski, Ministerpräsident Ljupco Georgijevski. Im Sobranie (Parlament) errang Ende 1998 eine zuvor oppositionelle Mitte-Rechts-Koalition die Mehrheit, zu der auch die Demokratische Albanische Partei (DPA) gehört.

Das außer an Jugoslawien und Albanien an Griechenland und Bulgarien grenzende Land exportiert überwiegend landwirtschaftliche Produkte - Baumwolle, Tabak, Wein, Obst. Auch die Bekleidungsindustrie sowie der Bergbau tragen zum Export bei.


Letzte Seite Spot-News Thema des Tages Brennpunkte Börse & Bilanzen Boulevard Stadion Übersicht


 

© Copyright dpa