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Nicolas Kiefer
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Verlierer Kiefer: Blasenlaufen gegen Agassi

Indian Wells (dpa) - Die deutschen Tennis-Profis können sich noch so viele Blasen laufen - Andre Agassi bleibt für sie eine Nummer zu groß.

Einen Tag nach der Niederlage von Thomas Haas unterlag auch sein Daviscup-Kollege Nicolas Kiefer dem amerikanischen Superstar und schied beim mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Masters-Turnier in Indian Wells im Achtelfinale aus. Der letzte noch im Wettbewerb verbliebene Deutsche verließ den Center Court jedoch mit erhobenen Haupt. Nach einer starken Vorstellung gab sich der Holzmindener erst nach 135 Minuten mit 4:6, 7:5, 4:6 geschlagen.

«Ich habe mir diverse Blasen gelaufen. Andre war aber um ein Quäntchen besser», ärgerte sich Kiefer, der sich als Verlierer in illustrer Gesellschaft befand. Denn auch der top-Gesetzte Gustavo Kuerten (Brasilien) und Titelverteidiger Alex Corretja (Spanien) verloren. Der Südamerikaner wurde vom Amerikaner Jan-Michael Gambill mit 6:7 (5:7), 4:6 ausgebootet. Er traf im Viertelfinale in der Nacht zum Samstag auf Jewgeni Kafelnikow. Der Russe bezwang Goran Ivanisevic (Kroatien) mit 5:7, 6:2, 6:3. Corretja fand in Patrick Rafter nach 6:4, 3:6, 4:6 seinen Bezwinger. Der Australier duellierte sich mit Pete Sampras (USA). Agassi wurde von Nicolas Lapentti (Ecuador) herausgefordert.

Das von besonderer Brisanz geprägte Halbfinale zwischen den Williams-Schwestern fiel indes aus. 16 000 Zuschauer in der vollbesetzten Arena buhten lauthals, als Venus wenige Augenblicke vor dem ersten Aufschlag verlauten ließ, dass sie wegen einer gezerrten Patellasehne im rechten Knie nicht antreten könne. «Ich habe schon länger Schmerzen. Jetzt waren sie so schlimm, dass es nicht mehr ging. Der Doktor hat keine Wunderpille», sagte die Kalifornierin, die von den bisherigen fünf Familien-Duellen vier für sich entschied.

Ihre 15 Monate jüngere Schwester Serena hat am Samstag im Finale überraschend Kim Clijsters zur Gegnerin. Die 17-jährige Belgierin demonstrierte eindrucksvoll ihr großes Talent. Sie führte die völlig entnervte Weltranglisten-Erste Martina Hingis (Schweiz) beim 6:2, 2:6, 6:1 regelrecht vor. «Das war mein größter Sieg. Ich kann es kaum glauben», sagte die Weltranglisten-19. Die Freundin von Lleyton Hewitt hatte im vorigen Jahr das Turnier in Leipzig gewonnen.

Wenn Kim Clijsters zu ihrem zweiten großen Coup ausholt, befindet sich Kiefer längst in Miami, um sich mit Haas auf das in der kommenden Woche beginnende zweite diesjährige Masters-Turnier vorzubereiten. Er wird das mit gestärktem Selbstvertrauen tun. Denn die nunmehr dritte Niederlage im dritten Match gegen Agassi baue ihn mehr auf als dass sie ihn enttäusche. Jetzt weiß er, wo er steht. Spielerisch, glaubt Kiefer, könne er durchaus schon wieder mit den Top Ten der Weltrangliste mithalten.

Agassi bescheinigte dem nach mehrmonatigen Verletzungspause wieder im Vollbesitz seiner Kräfte stehenden Niedersachsen, «ein großes Match» gespielt zu haben. Im dritten Satz hatte es Kiefer beim Stand von 3:4 in der Hand, den Australian Open-Gewinner mit einem Rebreak noch einmal extrem unter Druck zu setzen. Doch beide Male ließ der sonst besonnen und taktisch klug agierende Außenseiter ungenutzt. «Nicolas hatte ein starkes Service und hat sich sehr gut bewegt. Doch im entscheidenden Moment war ich abgeklärter», sagte Agassi, der von sich behauptet, derzeit das beste Tennis seines Lebens zu spielen.


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