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| Bayerns «Auslaufmodelle»
wieder im Trend München (dpa) - Der «Kaiser» versöhnt, der Teamchef beeindruckt, die Kassen gefüllt - nach dem Einzug in Europas Fußball-Beletage sind die vermeintlichen Auslaufmodelle vom FC Bayern München wieder schwer im Trend. Nur acht Tage nach der denkwürdigen Präsidenten-Rede von Lyon gab es für die Vielgeschmähten nach dem 1:0 gegen Arsenal London jede Menge Lob. «Die Einstellung war super», befand Franz Beckenbauer, der den Profis noch vor einer Woche einen Berufswechsel nahe gelegt hatte. «Wenn sie so spielen, ist alles möglich», meinte Rudi Völler. Und der Manager war richtig stolz. Zum vierten Mal in Folge im Viertelfinale der Champions League, rehabilitiert und voller Tatendrang. «Jetzt geht's erst richtig los», kündigte Uli Hoeneß an. Der Rubel rollt schon mal. Dem deutschen Meister ist bereits jetzt eine Rekord-Einnahme von mindestens 60 Millionen Mark sicher. Und die Stimmung dürfte auch wieder gerettet sein. Wenn die Bayern noch am Samstag das Bundesliga-Derby gegen 1860 München gewännen, wäre die Rehabilitation mit drei Siegen in einer Woche perfekt. Mit dem souveränen Auftritt am Mittwoch gegen das Starensemble aus London haben die Bayern erneut gezeigt, dass sie mit dem Rücken zur Wand immer am erfolgreichsten sind - und offenbar tatsächlich mehr können, als sie zuletzt zu zeigen bereit waren. Sogar ohne Kapitän Stefan Effenberg gelang der Einzug in die Runde der besten Acht Europas. «Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie allerhöchsten europäischen Ansprüchen gerecht wird», schwärmte Hoeneß. «Auch in dieser Zusammensetzung», betonte er, und zwar gegen «diesen Gegner, der von A-Z erstklassig besetzt ist». Vielleicht sei das Spiel am vergangenen Dienstag bei Olympique Lyon (0:3) «lehrreich» gewesen, vermutete Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge: «Die Mannschaft hat gut geantwortet.» Während in den letzten Tagen vor allem über mögliche hochkarätige Neuzugänge diskutiert wurde, nutzten die «Alten Herren» ihre Chance und machten ihren gestressten Trainer endlich wieder froh. «Ich bin sehr glücklich, dass die Mannschaft über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung gebracht hat und defensiv sehr gut organisiert war», meinte Ottmar Hitzfeld mit einem Strahlen im zuletzt so angespannten Gesicht. Jeder einzelne habe sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, sich diszipliniert an die Taktik gehalten. Soll erfüllt, auch wenn's für Beckenbauer immer noch keine Augenweide war: «Es war kein berauschendes, sondern ein zweckmäßiges Spiel.» Ausgerechnet derjenige, der sich vor der Partie gegen die «Gunners» selbst am meisten unter Druck gebracht hatte, sicherte den Sieg der Münchner, die mit 13 Punkten überlegen Gruppenerster wurden. Giovane Elber, Kopfball-Torschütze zum 1:0 (10.), hatte Arsenal mit frechen Sprüchen provoziert und dann auch Wort gehalten. «Ich habe das bewusst gesagt, um zu zeigen, dass wir der FC Bayern sind, dass wir besser spielen können als gegen Lyon und Cottbus.» Hitzfeld war recht angetan: «Er wollte ein Zeichen setzen, das fand ich hervorragend.» Das Tor beschrieb der große Held allerdings ganz bescheiden: «Es war eine Super-Flanke von Lizarazu. Ich musste nur noch die Birne hinhalten.» Jetzt könnte den Bayern ein ganz heißes Duell ins Haus stehen. Manchester United - vor zwei Jahren Finalgegner in Barcelona - ist neben Leeds United und Galatasaray Istanbul einer von drei möglichen Gegnern, die den Bayern am (morgigen) Freitag zugelost werden können. Kapitän Effenberg, gegen Arsenal gesperrt, wünscht sich «ManU», damit man dieses «Problem schon im Viertelfinale lösen» könne. Elber und Rummenigge wollen die Chance auf Revanche für das Finaltrauma auch so schnell wie möglich. Uli Hoeneß lieber nicht: «Manchester muss es ja jetzt nicht unbedingt sein.» Stärker als Arsenal dürfte der Viertelfinal-Kontrahent wohl sein. Die «Gunners» verkauften sich in München überraschend schlecht, selbst Trainer Arsene Wenger konnte sich nur wundern. «Ich habe meine Mannschaft nicht erkannt. Vielleicht war sie müde oder hatte Angst», rätselte der Franzose. Obwohl Arsenal erstmals in ein Champions- League-Viertelfinale einzog, könne man nicht glücklich sein. Auch der erfolglose Thierry Henry war alles andere als gut gelaunt: «Warum sollten wir jubeln? Man jubelt erst nach einem Finale.» |
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