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Jentzsch (l.), Hildebrand (M.), und Pröll (r.)
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In Kahns Schatten gedeihen «tolle Torhüter»

München (dpa) - Sie sind jung, talentiert und voller Tatendrang - doch sie brauchen sehr viel Geduld: Deutschlands Bundesliga-Torhüter.

«Mit 16 habe ich vielleicht davon geträumt, mal Nationaltorhüter zu werden. Heute ist das für mich Utopie», sagt Simon Jentzsch. Der Torhüter des Bundesligisten TSV 1860 München hat seine Ambitionen auf einen Platz in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schon so gut wie ad acta gelegt. Oliver Kahn ist die unangefochtene Nummer eins und wird es wohl noch einige Jahre bleiben. Daran werden auch Kahns «Schattenmänner» wie Jentzsch und seine ehrgeizigen Kollegen Markus Pröll, Timo Hildebrand, Gerhard Tremmel, Roman Weidenfeller oder Stefan Wessels nichts ändern.

Keeper Kahn von Meister FC Bayern München gilt als Weltklassemann auf der Vorzeige-Position des DFB. Die Nachwuchs-Torwarte müssen sich, wie einst auch Kahn, geduldig in die Warteschlange einreihen. «Wenn es im deutschen Fußball eine Position gibt, auf der es viele vielversprechende Talente gibt, dann ist es die des Torwarts. Wir haben ganz tolle Torhüter», schätzt Rudi Völler die Personallage in der Bundesliga ein und macht dem Nachwuchs im Tor Mut.

Im Alltag des Fußball-Oberhauses kennen sich die jungen Keeper längst aus. Jentzsch hält bei 1860 München, Hildebrand beim VfB Stuttgart, Pröll bewacht das Tor des 1. FC Köln und Gerhard Tremmel ist Stammkeeper bei der SpVgg Unterhaching. Aber die Liste der hochklassigen Torwart-Talente ist noch länger. Roman Weidenfeller vom 1. FC Kaiserslautern und Stefan Wessels von Bayern München gehören dazu, auch wenn sie an der Konkurrenz im eigenen Verein derzeit nicht vorbeikommen.

Weidenfeller feierte in der vorigen Woche ein Traumdebüt, als er beim UEFA-Pokal-Sieg des FCK über den PSV Eindhoven eine großartige Leistung bot und Teamchef Andreas Brehme ins Schwärmen brachte: «Weidenfeller war Weltklasse». Als bei Bayern im September 1999 der verletzte Kahn und Ersatzkeeper Bernd Dreher fehlten, wurde der damals 20-jährige Wessels kurz vor dem Abflug zu einem Turnier mit der U-21-Nationalmannschaft direkt nach Schottland umbeordert. Im Champions-League-Spiel bei den Glasgow Rangers rettete der Student der Wirtschaftswissenschaften das wichtige Unentschieden und beendete damit die Suche der Bayern nach einem neuen Keeper. «Das Thema neuer Torwart ist durch», so Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge damals.

Ersatzmänner sind die 21-jährigen Pröll und Hildebrand schon lange nicht mehr. Kölns Eigengewächs Pröll ist für Trainer Ewald Lienen «meine Nummer eins». In der U-21 konkurriert der Kölner mit Hildebrand, der in dieser Saison bisher alle Liga-Spiele für den VfB bestritt. Unter dem alten Trainer Ralf Rangnick, der Hildebrand zu «einer Identifikationsfigur aufbauen» wollte, genoss der U 18- Europameister das gleiche Vertrauen wie derzeit unter Felix Magath.

Nur sechs Mal musste Jentzsch, der am kommenden Donnerstag beim Länderspiel der A 2-Nationalmannschaft gegen Frankreich im Tor stehen wird, in dieser Spielzeit seinen Platz im Tor der Münchner «Löwen» räumen. Als der 24-Jährige zu Beginn der Saison von Zweitliga- Absteiger Karlsruher SC zum TSV 1860 kam, hatte er gegenüber Daniel Hoffmann noch die schlechteren Karten, spielte sich aber schon bald in die Stammelf von Trainer Werner Lorant.


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