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Heinz-Harald Frentzen
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Frentzen will endlich wieder ganz nach oben

Melbourne (dpa) - Mit der Hilfe von «Big Brother» und einem neuen Fitnessprogramm als Langläufer will Heinz-Harald Frentzen endlich wieder ganz nach oben.

«Wir sind nicht zum Kaffeetrinken da», sagte der Formel-1-Pilot aus Mönchengladbach über seine Ambitionen in der bevorstehenden Saison. Nach einem Pannenjahr, das mit dem enttäuschenden neunten WM- Platz endete, möchte er noch einmal angreifen, auch wenn er den ganz großen Optimismus seines Teamchefs nicht ganz teilt. Eddie Jordan wünscht sich sogar den Titel für seinen routinierten Piloten, dem angesichts seiner 33 Jahre nicht mehr viel Zeit für Titelträume bleibt. «Es wäre schön, wenn ich Heinz als alternativen deutschen Weltmeister anbieten könnte», meinte der irische Rennstallbesitzer.

Nachdem Frentzen im Vorjahr meist ein Opfer seines unzuverlässigen Autos wurde und insgesamt elf Mal nicht ins Ziel kam, setzen er und Jordan nun ihre Hoffnungen in den neuen Partner. «Unser Big Brother» nennt der Teamchef das Unternehmen Honda, das den Rennstall erstmals mit einem Werksmotor ausstattet. «Es ist ein großer Unterschied, ob man ein Kunden-Triebwerk oder einen Werksmotor hat. Es gibt viel mehr Leute, viel mehr Motoren, viel mehr Wissen. Das Budget ist nicht mehr das Wichtigste», schwärmte Jordan. Auch zuverlässiger soll das neue Dienstfahrzeug sein. Immerhin hat das Team in der Vorbereitung mehrere Renndistanzen überstanden.

Auch der Fahrer hat eifrig an sich gearbeitet. In der Winterpause entdeckte Frentzen den Skilanglauf. «Ich habe mein Trainingsprogramm ein bisschen umgestellt. Langlauf in den Bergen, das ist mal was Anderes als meine bisherigen Ausdauersportarten. Es hat mir unheimlich gut getan», berichtete der dreimalige Grand-Prix-Gewinner.

«Ich würde ganz gern wieder in die Top Drei fahren», formulierte Frentzen vor dem Großen Preis von Australien in Melbourne (Sonntag 4.00 Uhr/live in RTL und Premiere World) sein Ziel. Er möchte da anschließen, wo er 1999 schon mal war, WM-Dritter mit Jordan. 1997 im Williams war der Rheinländer sogar schon auf dem zweiten Gesamtplatz in der Weltmeisterschaft gelandet. Einige Jahre zuvor, bei seinem Einstieg in die Formel 1, war Frentzen als großes Talent gehandelt worden. Als hervorragender Fahrer gilt er immer noch. Nur, WM-Chancen dürften inzwischen in weite Ferne gerückt sein.

Er selbst plant dennoch langfristig. «Ich behaupte, Jordan wird das Team der Zukunft sein. Der Rennstall hat 100 neue Mitarbeiter, das Budget wurde dank neuer Sponsoren auf umgerechnet rund 350 Millionen Mark aufgestockt, schätzen Experten. Zwei bis drei Jahre, meinte Frentzen, werde es noch dauern, bis Jordan so stark wie Ferrari oder McLaren sein kann. Da widersprach sein Chef doch energisch.

«Honda wartet keine drei Jahre», so Eddie Jordan. Denn nicht nur die Unterstützung, sondern auch der Erfolgsdruck sind mit den im Motorsport so erfolgreichen Japanern gestiegen. Minimalziel für 2001 sind mehr Zielankünfte. Jordan formulierte es drastisch: «Honda bringt uns um, wenn wir das nicht tun.»


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