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Kein Tempolimit für Formel-1-Piloten

Kuala Lumpur (dpa) - «Nein», sagte Michael Schumacher, schüttelte den Kopf und erteilte den Forderungen nach dem Tempolimit eine klare Absage: «Einen Rennfahrer macht alles glücklich, was das Auto schneller macht.»

Der Weltmeister wünscht sich sogar: «Wir wollen möglichst schnell fahren, mehr ans Limit gehen.» Mit seiner Meinung befindet sich Schumacher im Kollegenkreis in bester Gesellschaft. «Wir brauchen ganz einfach mehr Speed», forderte etwa der schottische Silberpfeil- Pilot David Coulthard von seinen Ingenieuren. Die anderen 20 Piloten im Formel-1-Zirkus sehen es ähnlich.

Doch seit binnen fünf Monaten in Monza und Melbourne zwei Streckenposten starben, sind die Diskussionen um die Sicherheit in der Königsklasse des Motorsport neu entbrannt. Schon beim Großen Preis von Malysia am Sonntag (8.00 Uhr/MEZ, RTL und Premiere World) und dann beim Grand Prix in Sao Paulo in zwei Wochen stehen die schnellen Autos unter Bewährung. Sollte das Urteil durch die ehrwürdigen Funktionäre um den 60-jährigen Präsidenten Max Mosley an der Spitze negativ ausfallen, sollen die trickreichen Konstrukteure die Boliden wieder einbremsen.

Schumacher, der beim ersten Saisonrennen in Melbourne in der Qualifikation gleich vier Sekunden schneller war als im Vorjahr, fordert Geduld, ehe Konsequenzen gezogen werden. Schon in Kuala Lumpur, wo erst vor fünf Monaten das letzte Rennen stattfand, könne man sehen, wie es läuft: «Hier waren wir schon im letzten Jahr mit guten Reifen. Ich denke, wir werden uns hier nicht so klar verbessern.» Im Freien Training am Freitag konnte der 32-Jährige in 1:38,929 Minuten den im Vorjahr vom Finnen Mika Häkkinen aufgestellten Rundenrekord (1:38,543) noch nicht brechen.

In Sepang gab es nach dem Melbourne-Unfall zwar eine Sicherheitsschulung für die Helfer, aber ansonsten wurde nichts besonders unternommen. Schließlich gilt der Kurs als der modernste der Welt und als extrem sicher, schon im Vorfeld waren die Standards höher geschraubt worden. Doch die Nervosität der Helfer war zu spüren und die Angst greifbar.

Auch Ralf Schumacher, der in Melbourne an dem tragischen Unfall beteiligt war, als der Kanadier Jacques Villeneuve auf seinen Williams-BMW auffuhr, danach verunglückte und das fliegende Rad den Streckenposten tötete, hält nicht viel von den Bremsideen der Funktionäre: «Mit Geschwindigkeit hatte der Unfall nichts zu tun. Wenn sich zwei Autos so berühren, ist es völlig egal, ob man zehn oder 20 Kilometer schneller oder langsamer ist.»


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