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| Keine Verschiebung der Castor-Transporte | |
Berlin (dpa) - Eine Verschiebung der umstrittenen Atommülltransporte von Frankreich nach Deutschland wegen der drohenden Maul- und Klauenseuche (MKS) ist nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums bislang nicht geplant. Alle Transporte aus Frankreich würden aber geprüft, ob sie das Risiko einer Seuchen- Einschleppung mit sich bringen könnten, sagte eine Sprecherin von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) am Freitag in Berlin. Derzeit würden auch die Routen des Castor- Transports geprüft. Künast und Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) stehen nach Angaben der Sprecherin in engem Kontakt wegen der Frage einer möglichen Weiterverbreitung der Seuche durch den Castor-Transport. Das Umweltministerium hat nach Angaben von Trittins Sprecher Michael Schroeren das Verbraucherschutzressort am Mittwoch in einem Brief um eine Einschätzung gebeten, welche Schutzmaßnahmen für erforderlich gehalten werden. Eine Antwort stehe bislang noch aus. Die Entscheidung über eine mögliche Verschiebung des Atomtransports wegen der Tierseuchengefahr liegt beim Verbraucherschutzministerium. Die Transportstrecke für die Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll verläuft unweit des von der Tierseuche befallenen französischen Departements Mayenne. Auch die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague liegt in der Nähe von Mayenne. Sechs Castor-Behälter mit deutschem Atommüll sollen in der letzten März- oder ersten Aprilwoche von La Hague in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben gebracht werden. Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums soll der Castortransport wegen der Seuche vor seinem Eintreffen in Deutschland desinfiziert werden. Nordrhein-Westfalens Agrarministerin Bärbel Höhn (Grüne) hatte im Deutschlandfunk gefordert, über eine Verschiebung der Castor- Transporte nachzudenken. Das Risiko einer Ausbreitung des Virus sei hierbei größer, weil es kein normaler Zug sondern einer mit großer Begleitung sei. Außerdem befürchtete Höhn personelle Engpässe bei der Polizei. «Was machen wir, wenn jetzt der Castor-Transport stattfindet, die Polizei gebunden ist, MKS gleichzeitig ausbricht und wir überhaupt gar keine Möglichkeit haben, genug Polizisten beieinander zu haben, um die dann zu erlassenden Restriktionen zu kontrollieren?» Sie erinnerte daran, dass Transporte auch schon wegen des hohen Polizeieinsatzes bei der Weltausstellung Expo verschoben worden seien. |
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