Letzte Seite Spot-News Thema des Tages Brennpunkte Börse & Bilanzen Boulevard Stadion Übersicht

Ermordete Ulrike wird beigesetzt

Eberswalde (dpa) - Wenige Stunden vor der Beerdigung der ermordeten Ulrike hat die Polizei den Friedhof in Eberswalde streng bewacht, damit die Eltern ungestört von ihrer Tochter Abschied nehmen können. Die Eltern des sexuell missbrauchten und erdrosselten Kindes hatten sich eine Beisetzung im engsten Familienkreis gewünscht.

Kamerateams und Medienvertreter sollten auf Abstand gehalten werden. Ganz Deutschland hatte zwei Wochen lang um das verschwundene Kind aus Brandenburg gebangt, bis vor einer Woche die Leiche der Zwölfjährigen 30 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt gefunden worden war. Der Friedhof liegt in unmittelbarer Nähe des Elternhauses im Eberswalder Ortsteil Finow.

Am Tag der Trauerfeier schaltete sich der Vater der 1998 ermordeten Christina Nytsch aus Niedersachsen in die Debatte um Gentests ein. Manfred Nytsch sprach sich für die Einführung einer Gen-Datenbank für alle Straftäter aus. Der dpa sagte er, fast alle Sexualverbrecher hätten eine kriminelle Vorgeschichte. Die Speicherung des genetischen Fingerabdrucks auch bei kleineren Straftaten könne die Fahndung nach Sexualtätern beschleunigen. Der Vorschlag der CDU, eine generelle Gen-Datenbank von allen Männern anzulegen, war bei allen anderen Parteien auf breite Ablehnung gestoßen.

Unterdessen liefen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Die Speicheltests bei Verdächtigen würden fortgeführt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Polizei testet derzeit die Verdächtigen auf freiwilliger Basis, weil der Täter bei dem Verbrechen seinen genetischen Fingerabdruck hinterlassen hat. Über die Zahl der Verdächtigen und die der bisher Getesteten wollte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

Trotz 2700 Hinweisen von Bürgern haben die Ermittler bisher keine heiße Spur. Für Hinweise zur Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von rund 200 000 Mark ausgesetzt. Zu Spekulationen, wonach Ermittler die Beisetzung genau im Auge behalten wollten, weil sie mit dem Erscheinen des Täters rechnen müssen, wollte die Staatsanwaltschaft keine Stellung nehmen. Die Polizei fahndet bundesweit nach einem etwa 25 bis 35 Jahre alten, schlanken Mann mit knapp schulterlangem, dunkelblondem Haar und dunklen Augen. Viele Hinweise wie der Tatort und der Fundort deuteten darauf hin, dass der Täter aus der Umgebung von Eberswalde kommen könnte.


Letzte Seite Spot-News Thema des Tages Brennpunkte Börse & Bilanzen Boulevard Stadion Übersicht


 

© Copyright dpa