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Geiselnahme
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Entführungsopfer berichten von ihrer Angst

Kairo (dpa) - Die vier Entführungsopfer von Luxor haben in ersten Befragungen von Angst und Schrecken in ihrer Geiselhaft berichtet. Ihr Kidnapper habe sie betäubt und mit Eisenketten gefesselt, sagten sie nach Angaben der Kairoer Staatsanwaltschaft vom Freitag aus.

Der Entführer habe auch mit der Erschießung einer Geisel gedroht. Außer einer Spielzeugpistole sei jedoch später keine Waffe gefunden worden. Die Männer aus Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sollten am Freitag in Frankfurt/Main landen. Details zur geplanten Rückkehr wurden bis zum Mittag nicht bekannt gegeben.

Nach mehr als 60-stündiger Geiselnahme hatte der ägyptische Entführer am frühen Donnerstagmorgen übermüdet und ohne Widerstand aufgegeben und die drei Studenten und den Techniker freigelassen. Mit dem Kidnapping wollte er die Rückkehr seiner beiden Kinder nach Ägypten erzwingen. In Deutschland liegt gegen den Touristenführer ein Haftbefehl vor. Wohl aus diesem Grund hatte er kein Besuchsvisum beantragt.

Bei ihrer Befragung gaben die Deutschen der Staatsanwaltschaft zufolge an, dass sie von dem 46-jährigen mit dem Versprechen eines arabischen Essens in dessen Wohnung gelockt wurden. Das Appartement liegt rund 500 Meter vom weltberühmten Karnak-Tempel von Luxor entfernt. Ibrahim Ali Mussa servierte den Schilderungen zu Folge einen mit Schlafmittel vermischten Orangensaft. Die vier Männer seien dann am Montagmittag in den Eisenketten gefesselt aufgewacht. Der Kidnapper habe sich sehr höflich entschuldigt und gesagt, dies sei die einzige Möglichkeit, seine beiden nach Deutschland «entführten» Söhne zurückzubekommen.

In dem Untersuchungsprotokoll heißt es weiter, der Entführer sei sehr nervös gewesen. Er habe behauptet, im Besitz von zwei Bomben und zwei Pistolen zu sein. Die Entführung sei vorbereitet gewesen. Indiz dafür seien genug Lebensmittel und Wasser für eine längere Zeit gewesen.

Der Entführer forderte den Angaben zu Folge dann den 48-jährigen Computertechniker aus Münster auf, seine Frau anzurufen und Kontakt zu Außenminister Joschka Fischer herzustellen. Später habe dann die in Baden-Württemberg lebende geschiedene Frau des Entführers angerufen und zugesichert, mit den beiden Söhnen unter bestimmten Bedingungen nach Ägypten zu kommen. Als sie den nächsten Tag nicht erneut anrief, spitzte sich nach Darstellung der Entführten die Situation zu. Der Entführer habe gedroht, eine der Geiseln während eines Telefongespräches mit der Polizei zu erschießen. In diesem Moment hätten sie in Erwägung gezogen, ihren Peiniger zu überwältigen. Schließlich gab der Entführer aber von alleine auf.


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