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Puff Daddys Schicksal in der Schwebe

New York (dpa) - Das Schicksal des amerikanischen Rap-Stars Puff Daddy ist weiter in der Schwebe. Allerdings sagte eine von drei Ersatz-Geschworenen, die am Mittwochabend nach ersten Jury- Beratungen entlassen worden waren, der «New York Post» am Donnerstag: «Ich glaube, er wird freigelassen».

Der 31-jährige, weltbekannte Rapper ist wegen Gefährdung von Menschenleben, unerlaubten Waffenbesitzes sowie versuchter Bestechung angeklagt. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Die Beratungen der Geschworenen über seine Zukunft und das Schicksal von zwei Mitangeklagten sollten am Donnerstag fortgesetzt werden.

«Ich würde für "nicht schuldig" stimmen», sagte die 37-jährige Verwaltungsangestellte Aurora Garcia der Zeitung. «Ich fand nicht, dass es genügend Beweise gegen Mr. Combs gibt», sagte sie. Am schwersten belastet wurde Puff Daddy, der mit bürgerlichem Namen Sean Combs heißt, durch seine eigene Zeugenaussage, meinte die ehemalige Geschworene. «Ich glaube nicht, dass er die volle Wahrheit gesagt hat.» Combs hat als Rapmusiker, Produzent und seit neuestem auch Modemacher ein Millionenvermögen gemacht.

Zuversichtlich zum Ausgang des Verfahrens äußerte sich auch Hauptverteidiger Benjamin Brafman. «Wir sind zuversichtlich, dass Mr. Combs freigesprochen wird», sagte er dem Nachrichtensender CNN am Mittwochabend. Die Jury hatte Richter Charles Solomon gebeten, die acht Anklagepunkte gegen Combs Rap-Kollegen Jamaal «Shyne» Barrow noch einmal genau zu erläutern. Der dritte Angeklagte ist Combs Leibwächter Anthony Jones.

Puff Daddy sowie Barrow und Jones stehen seit mehr als sechs Wochen im Zusammenhang mit der Schießerei in einem New Yorker Nachtclub am 27. Dezember 1999 vor Gericht. Barrow soll mehrere Schüsse abgegeben und dabei drei Besucher des Clubs verletzt haben. Ihm drohen 25 Jahre Haft. Anwesend war seinerzeit auch Combs damalige Geliebte, die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez. Sie war zunächst ebenfalls festgenommen, wenig später aber mangels eines hinreichenden Tatverdachtes wieder freigelassen worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft Puff Daddy vor, bei dem Streit im «New York Club» ohne Not mit einer Pistole geschossen zu haben, für die er zudem keinen Waffenschein besaß. Außerdem soll er später bei der Flucht versucht haben, seinen Fahrer mit 50 000 Dollar (110 000 Mark) zu bestechen, damit dieser den unerlaubten Waffenbesitz auf seine Kappe nehme.

Die Verteidigung machte geltend, dass Combs nicht Täter, sondern Opfer sei. Die Aussagen angeblicher Belastungszeugen seien konstruiert. Combs Fahrer sowie drei Personen, die bei der Nachtclub- Schießerei verletzt wurden, wollten den Rapper in separaten Zivil- Verfahren zu Millionen-Entschädigungen zwingen und seien deshalb an dessen Verurteilung interessiert.


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